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Archiv für die Kategorie ‘Was meint ihr?’

Cantatorium und Antiphonarium

Verfasst von eoip am Mai 18, 2009

Die christliche Liturgie hatte anfangs verschiedene Merkmale in verschiedenen Regionen. Ein Bestandteil war der Gesang. Die Lieder wurden mündlich übertragen. Papst Gregor I hat im 4. Jahrhundert ein Vereinheitlichungsprojekt begonnen, in dem es auch Lieder gab.

Es war kompliziert für die Priester, und die Mönche und Nonnen, alle Werke zu lernen, aber es war sehr wichtig für sie, gut zu singen. Damals schrieben die Leute Zeichen und Tipps auf, um Informationen zu den Liedern ins Gedächtnis zu rufen. Diese Zeichen heißen Neumen.

Die Sänger aus verschiedenen Regionen legten Wert auf ganz verschiedene Aspekte. In der Region Aquitaine (Frankreich) war es wichtig, die Intervalle (die Entfernung zwischen Tönen mit verschiedenen Höhen) in Erinnerung zu bringen. In den Klöstern von den Regionen in der Nähe der Schweiz zogen sie im Einzelnen den Rhythmus und den Ausdruck vor.

Sankt-Gallen ist ein Kloster, das um das Jahr 614 gegründet wurde. Es nahm später den Namen von dem Gründer an. Die Mönche von Sankt-Gallen haben vielleicht das vollkommenste System entwickelt. Man kennt die Anfangsnoten nicht, aber mit Zeichen, zum Beispiel Akzenten, Buchstaben und Symbolen, kann man die Bewegung der Melodie, den Rhythmus, die Lautstärke und sogar die Phonetik untersuchen.

Diese musikalische Schrift wurde in anderen Klöstern in der Nähe angewendet und das System hat sich lange bewehrt, bis schließlich die quadratischen Noten angenommen wurden.

Die zwei bedeutendsten Manuskripte sind ein Cantatorium aus dem 9.-10. Jahrhundert und ein Antiphonarium, das 1000 Jahre alt ist.

Juan Urdániz 2A

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Kinder brauchen nicht unbedingt Lehrer

Verfasst von eoip am Mai 3, 2009

IT-Schulprojekt in Indien
Das Wissen kommt aus dem Loch in der Wand
Kinder brauchen nicht unbedingt Lehrer. Davon geht Professor Mitra aus. Mit seinem Projekt „Hole in the Wall“ zeigt er in Indien, dass kindliche Neugier ausreicht, um sich das Internet zu erobern. Und nebenbei verbessern die Kinder an den öffentlich aufgestellten Computern auch ihre Schulnoten. Von Priya Palsule-Desai, tagesschau.de Pause an der Dorfschule im indischen Shirgaon. Die Kinder der ersten bis zehnten Klasse strömen auf den Hof. Statt zu spielen, zieht es sie an ein kioskähnliches rot-gelbes Häuschen mit zwei Fenstern und Sitzbänken davor. Hier gibt es keinen Süßigkeiten-Verkäufer, sondern den Eintritt in die unbegrenzte Welt des Internet. Die zwölfjährige Gauri Chindarkar ist schon in die virtuelle Welt eingetaucht. Flink tippt sie Buchstaben ein und streicht über das Mausfeld. Den umstehenden Kindern erklärt sie gerade, wie man mit der Suchmaschine Google am schnellsten ein Bild mit Tigermotiv finden kann. Für viele Kinder aus einem Industrieland ist das sicher nichts Besonderes, aber hier im abgelegenen Shirgaon schon. Denn Gauri hat vor einem Jahr das erste Mal in ihrem Leben hier am Kiosk einen Computer gesehen und das Internet entdeckt. „Ich habe einfach mal geschaut, was da in dem Haus ist und habe überall mal draufgedrückt. Irgendwann war ich im Internet,“ sagt sie mit einem verschmitzten Lächeln. Der Projektaufbau ist einfach. Die Kioskhäuschen sind ergonomisch auf die Kinder ausgerichtet, dürfen kostenfrei bis zum Alter von 15 Jahren genutzt werden und stehen an sicheren, öffentlichen Plätzen. Dort trauen sich auch Mädchen an die Computer. Die Kinder bekommen keine Hilfestellung und sollen sich nur über ihre Neugier an die fremde Technik herantasten. Im Häuschen wird jede Aktion der Kinder aufgezeichnet und via Satellit an das Institut in Neu Delhi übermittelt. Vater des Projekts ist Sugata Mitra. Er ist Professor für Schul- und Bildungstechnologien. Mit „Hole-in-the-Wall“ will Mitra dazu beitragen, etwas gegen die Bildungsmisere auf dem Land und in den Slums zu unternehmen. Die Idee zum Projekt hat sich Mitra von Arthur C. Clarkes Science-Fiction-Roman „2001 – Odyssee im Weltraum“ abgeschaut. Darin entdecken Steinzeitmenschen einen Monolithen. Erst als sie den riesigen Stein zum Bau von Werkzeugen nutzen können, ist ihre Neugier befriedigt. Daraus resultiert Mitras Forschungsthese: Jedes Kind kann sich, abseits von Schulen und Lehrern, nur auf Basis seiner natürlichen Neugier und einer guten technischen Infrastruktur selbst entwickeln.

Aus: www.tageschau.de

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Siehst du auch oft fern?

Verfasst von eoip am April 1, 2009

fernsehen

Ja? Dann bist du ein unzufriedener Mensch. Zumindest laut einer US-Studie.

Die Forscher haben die jahrzehntelangen Tagebucheintragungen von 45.000 Amerikanern ausgewertet und sind zu folgenden Ergebnissen gekommen:

Unzufriedene sehen mehr fern.

Der Studie nach verbringt der unzufriedene Menschenschlag bis zu 30 Prozent mehr Zeit vor dem TV-Bildschirm. Entsprechend mehr Fernsehen sehen auch Eheleute, die mit ihrem Leben nicht glücklich sind. Die anderen, bei denen die Beziehung stimmt, lassen sich etwa 30 Prozent mehr Zeit für Sex, lesen mehr Zeitung oder besuchen einen Gottesdienst, fanden die Soziologen.

Ich sehe oft fern – soll ich ab jetzt das Wort “unzufriedene” vor meinen Namen stellen?

Nein, so schnell gebe ich mich nicht geschlagen.

…sind die Menschen, die mehr fern schaue  unzufriedener als diejenigen, die die Zeit anstatt vor dem Fernsehen – z.B. vor einem PC verbringen? Ist TV nicht = Zeitung = Gottesdienst = Radio, nur in anderer Aufmachung und Intensität?

Ich halte mich überhaupt nicht für unzufrieden – wenn ich fernsehe, dann mache ich das bewusst: Manchmal aus Lust und Laune, manchmal aus Interesse, manchmal weil die oben genannten Unternehmungen – “Sex, Zeitung lesen oder einen Gottesdienst besuchen” – heute gar nicht auf meinem Programm stehen. Selbstverständlich würde ich nie dem Fernsehen Vorzug geben, wenn es um die Frage “entweder-oder” ginge – soziale Kontakte, persönliche Entwicklung usw. sind mir wichtiger!

Aber nicht alle sind so wie ich – deswegen behaupte ich auch nicht, dass die Studie falsch ist. Leider ist der Mensch von Natur aus faul, so dass es in der Tat oft passiert, dass die Menschen TV bevorzugen, anstatt was zu unternehmen. So wie es auf psychotherapiepraxis.at steht: “Überdies ist die Belohnung durchs Fernsehen leicht zu haben. Man muss nirgendwohin gehen, nichts ausmachen, sich anziehen oder sich anstrengen, um sofort zufrieden gestellt zu werden.” Doch ist die Faulheit gleich der Unzufriedenheit zu setzen? Vielleicht ist es aber so, dass zu viel Fernsehen (Passivität ) erst zu Unzufriedenheit führen könnte?

Andererseits… die einen schauen fern, die anderen rauchen oder stopfen sich voll oder sitzen vielleicht stundenlang am PC… und bloggen? ;-), anstatt sich die Zeit für die Familie, Lesen oder einen Gottesdienst zu nehmen?

Ein unendliches Thema…

Mich würde interessieren, was ihr darüber denkt!

Aus: tvdame.wordpress.com Dezember 21, 2008

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Reporter positiver Nachrichten

Verfasst von eoip am März 28, 2009

Ich habe wie jedes Wochenende im Internet auf der Suche nach Artikeln recherchiert, die euch interessieren könnten und da bin ich auf dieses Blog gestoßen:granada

Dieser Artikel (und viele weitere auch) ist echt gut, und ich habe mich so sehr darüber gefreut, über couragierte, tatkräftige und restlos positive Menschen lesen zu dürfen. Das macht Mut und Spaß!!!

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Herzlichen Glückwunsch, liebe Frauen!

Verfasst von eoip am März 8, 2009

Kurz vor dem Internationalen Frauentag, der heute begangen wird, nahm ich an einer Lesung mit Diskussion teil, in einem Berliner Theater. Meiner Meinung nach gibt es heute fast nur noch starke Frauen, der Begriff „starke Frauen“ steht ja auch ständig in der Zeitung. Ich weiß, es gibt immer noch ein Lohngefälle und zu wenige Konzernchefinnen, aber ich glaube, um in den nächsten Jahren endlich Chefinnen zu werden, brauchen die Frauen meine Hilfe gar nicht mehr. Das schaffen sie schon alleine. Deswegen stellte ich zur Diskussion, ob man die alte Seemannsregel, nach der bei einem Schiffsuntergang die Frauen vor den Männern von Bord dürfen, nicht abschaffen solle. Diese Regel stammt aus einer Zeit, in der Frauen „das schwache Geschlecht“ hießen und stark unterprivilegiert waren, zum Trost wurden sie galant behandelt.

Die Regel „Frauen und Kinder zuerst“ erinnert an den Soli, der auch immer noch erhoben wird, obwohl die Straßen im Osten inzwischen besser sind als die Straßen im Westen. (…)

Bei Paaren, zum Beispiel auf Kreuzfahrtschiffen, sind die Männer auch fast immer älter als ihre Lebensgefährtinnen, ein älterer Mensch kann nicht mehr so lange schwimmen wie ein junger. „Alte und Kinder zuerst“ wäre eine humanere Regel.

Mein Diskussionspartner widersprach und sagte, die Regel „Frauen und Kinder zuerst“ hänge ursprünglich damit zusammen, dass Frauen für die Reproduktion der menschlichen Art wichtiger seien. Ich erwiderte, dass Männer, im Gegensatz zu Frauen, sich auch in älterem Zustand reproduzieren können, wenn es um Reproduktion gehe, dürften sowieso nur heterosexuelle Frauen vor der Menopause in die Rettungsboote.

Dann ließen wir das Publikum abstimmen. Die Hälfte war für, die andere Hälfte gegen die Regel „Frauen und Kinder zuerst“. Wir beschlossen, dass ein zufällig ausgewählter Besucher entscheiden dürfe, sozusagen als Kapitän. Es war ein weißbärtiger Herr, der tatsächlich dem Kapitän der „Titanic“ ein wenig ähnlich sah. Er sprach sich für „Frauen und Kinder zuerst“ aus.

Wir Männer gratulieren all unseren tüchtigen Frauen ganz herzlich zum heutigen Internationalen Frauentag.

Harald Martenstein (Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 08.03.2009)

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Waren Lehrer gute Schüler?

Verfasst von eoip am Februar 24, 2009

Diese Frage hat sich ein Forscher gestellt. Und die Antwort fällt für viele Lehrer wenig schmeichelhaft aus.

Wie gut waren Lehrer eigentlich früher in der Schule? Nicht so gut wie man vielleicht denkt. Der Forscher Ludger Wößmann hat die Abitur-Noten von Lehrern mit anderen Berufsgruppen verglichen.

Sein Ergebnis: Nur Lehrer am Gymnasium hatten Abi-Noten, die so gut sind wie die von anderen Uni-Absolventen. Grundschullehrer zum Beispiel waren im Durchschnitt deutlich schlechter.

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hat er auch erklärt, woran das liegt: Viele der guten Schüler wollen nicht Lehrer werden. Sie glauben, dass man in anderen Berufen mehr verdient und eher aufsteigen kann. Außerdem zählt es in Deutschland nicht so viel, wenn man sagt: Ich bin Lehrer. Andere Berufe sind besser angesehen.

Das ist in anderen Ländern anders: In Singapur zum Beispiel dürfen nur die besten Schüler Lehrer werden und in Ländern wie Finnland genießen Lehrer viel mehr Ansehen als bei uns.


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