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Mit ‘Gedichte’ verschlagwortete Einträge

Ernst Jandl

Verfasst von eoip am März 18, 2009

ottos mops luise

ottos mops trotzt                         ich erinnere mich dunkel: ich war dunkel
otto: fort mops fort                      und wollte einen dunklen mann.
ottos mops hopst fort                   er war blond und wollte eine blonde frau.
otto: soso                                    ich erinnere mich genau wie blond er war
 
otto holt koks                               ich erinnere mich dunkel: er war blond
otto holt obst                               und wollte eine blonde frau.
otto horcht                                   ich war dunkel und hatte einen mann der blond war.
otto: mops mops                          ich erinnere mich genau wie blond er war
otto hofft
 
ottos mops klopft                         ich erinnere mich dunkel: weil ich dunkel war
otto: komm mops komm               wollte ich einen dunklen mann.
ottos mops kommt                       er war blond doch er hatte eine frau die war dunkel.
ottos mops kotzt                          er war blond doch er hatte eine frau die war dunkel.
otto: ogottogott                           ich erinnere mich genau wie dunkel ich war.

© Luchterhand © Luchterhand

Aus: der künstliche baum        Aus: dingfest

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Bumerang

Verfasst von eoip am März 15, 2009

Bumerang

War einmal ein Bumerang;
War ein Weniges zu lang.
Bumerang flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.
Publikum – noch stundenlang -
Wartete auf Bumerang.

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Gedichte

Verfasst von eoip am Dezember 14, 2008

Die Frage, ob es einen Gott gibt Bertolt Brecht

Einer fragte Herr K. Ob es einen Gott gäbe. Herr K. sagte; „ ich rate dir nachzudenken, ob dein Verhalten je nach der Antwort auf diese Frage sich ändern würde. Würde es sich nicht ändern, dann könnten wir die Frage fallen lassen. Würde es sich ändern, dann kann ich dir wenigstens noch so weit behilflich sein, dass ich dir sage, du hast dich schon entschieden: Du brauchst einen Gott.

Gespräch Wolfgang Borchert

Zwei Männer sprachen miteinander.

Na, wie isst es?

Ziemlich schief.

Wie viel haben Sie noch?
Wenn es gut geht: viertausend

Wie viel können Sie mir geben?
Höchstens achthundert.

Die gehen drauf.

Also tausend.

Danke.

Die beiden Männer gingen auseinander.

Sie sprachen von Meschen.

Es waren Generale.

Es war Krieg.

Die Frage, ob es einen Gott gibt.

Das glaube ich auch, dass Herr K. ziemlich Recht hat. Mein Verhalten kann sich radikal ändern je nach der Antwort auf diese Frage. Wenn es keinen Gott gibt, dann beruht meine Freiheit nur auf menschlichen Prinzipien; was mache ich „Gutes?.. Schlechtes?“ Ich habe nur menschliche Grenzen. Wenn es einen Gott gibt, hat mein Verhalten nur eine einzige Richtung „das Gute“, weil auch Gott nur das Gute machen darf. Also darf ich nichts gegen Gottes willen machen. Natürlich gibt es zwischen Gott und mir einen riesigen Unterschied, er darf und kann nur Gutes tun und ich darf und kann es nur versuchen. (Javier Bergera)

Gespräch

Im Krieg hat das Leben einer Person, eines Menschen keinen Wert.

Im Krieg horcht und gehorcht der General nicht seinem Herzen sondern seinen Vorgesetzten.

Im Krieg sind die Menschen nichts anderes, als Werkzeuge, um Feinde zu töten.

Im Krieg werden die Menschen zu Gegenständen. Im Krieg ist der Mensch bloß eine Nummer. (Javier Bergera)

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