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Mit ‘Kurzgeschichte’ verschlagwortete Einträge

Kurzgefasster Lebenslauf

Verfasst von eoip am Dezember 2, 2008

Ein schönes Gedicht, originell und ironisch gleichzeitig. Aber auch ein bisschen vielleicht zu traurig. Die Meinung des Autors vom Leben ist zu pessimistisch und unrealistisch. Der Grund dafür wäre die Zeit, zu der der Autor lebte: der Zweite Weltkrieg (Idoia Aincía)

Erich Kästner-vor allem als Kinderbuchautor bekannt (Emil und die Detektive)- hat als Lyriker angefangen. Als Gebrauchslyrik bezeichnet man seine Gedichte, die humorvoll und etwas ironisch klingen

Wer nicht zur Welt kommt, hat nicht viel verloren.

Er sitzt im All auf einem Baum und lacht.

Ich wurde seinerzeit als Kind geboren,

eh ich’s gedacht.


Die Schule, wo ich viel vergessen habe,

bestritt seitdem den größten Teil der Zeit.

Ich war ein patentierter Musterknabe.

Wie kam das bloß? Es tut mir jetzt noch Leid.


Dann gab es Weltkrieg, statt der großen Ferien.

Ich trieb es mit der Fußartillerie.

Dem Globus lief das Blut aus den Arterien.

Ich lebte weiter. Fragen Sie nicht, wie.


Bis dann die Inflation und Leipzig kamen;

Mit Kant und Gotisch, Börse und Büro,

mit Kunst und Politik und jungen Damen.

Und sonntags regnete es sowieso.


Nun bin ich zirka 31 Jahre

Und habe eine kleine Versfabrik.

Ach, an den Schläfen blühn schon graue Haare,

Und meine Freunde werden langsam dick.


Ich setze mich gerne zwischen Stühle.

Ich säge an dem Ast, auf dem wir sitzen.

Ich gehe durch die Gärten der Gefühle,

die tot sind, und bepflanze sie mit Witzen.


Auch ich muss meinen Rucksack selber tragen!

Der Rucksack wächst. Der Rücken wird nicht breiter

Zusammenfassend lässt sich etwas sagen:

Ich kam zur Welt und lebe trotzdem weiter.

(1930) Erich Kästner

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„Der Zug war pünktlich“ Heinrich Böll

Verfasst von eoip am November 16, 2008

Paco Sanz (Módulo Herramientas II)

Ich empfehle euch das Buch „Der Zug war pünktlich“, eine Erzählung von Heinrich Böll. Es geht um eine traurige Geschichte von einem deutschen Soldaten, der im Zweiten Weltkrieg zur Ostfront zurückkehren soll. Andreas, der junge Soldat, beschreibt eine lange Reise aus dem Ruhrgebiet bis an die polnische Grenze. Im Zug lernt Andreas viele andere junge Kameraden wie er kennen.

Andreas teilt ein grausames Schicksal mit seinen Kameraden. „Ich will nicht sterben, aber das Schreckliche ist, dass ich sterben werde… bald”. Andreas wiederholt es häufig.

Was mir von dem Text gefällt, ist der Realismus und eine überzeugende Kriegsatmosphäre. Heinrich Böll, auch deutscher Soldat im Zweiten Weltkrieg, beschreibt keine Feldschlacht, Schüsse und Kanonenschüsse- sondern Gefühle und Beklemmungen von den Hauptsdarstellern.

„Der Zug war pünktlich“

Er blickt nach draußen und sieht, dass die Sonne untergegangen ist und dass noch ein kleiner Rest von Licht über diesen Gärten liegt. Es wird nicht mehr lange dauern, und es wird kein Sonnenlicht mehr draußen in den Gärten sein, und es wird nie mehr, nie mehr die Sonne scheinen, keinen einzigen Strahl der Sonne wird er mehr sehen. Die letzte Nacht bricht an, und der letzte Tag ist vergangen wie alle anderen, ungenutzt uns sinnlos. Ein bisschen nur gebetet und Wein getrunken und nun in einem Bordell. Er wartet, bis es dunkel geworden ist. Er weiß nicht, wie lange es gedauert hat, er hat das Mädchen vergessen, er hat den Wein vergessen, das ganze Haus, und er sieht nur oben irgendwo einen Waldrest, auf dessen Baumspitzen noch einige letzte Spritzer der Sonne liegen, die jetzt versinkt, nur ein paar winzige Spritzer der Sonne. Einige rötliche Lichter, die köstlich sind, unsagbar schön auf diesen Baumspitzen. Eine winzige Krone von Licht, das letzte Licht, das er sehen wird. Nicht mehr… doch, noch ein wenig, ein ganz klein wenig auf dem Höchsten der Bäume, der am weitesten hinausragt und noch etwas auffangen kann von dem goldenen Schein, der nur noch eine halbe Sekunde da ist… bis nichts mehr sein wird. Immer noch, denkt er mit stockendem Atem… immer noch etwas Licht da oben auf der Baumspitze… ein lächerlicher kleiner Schimmer von Sonnenlicht, und ich bin der einzige Mensch auf der Welt, der darauf achtet. Immer noch… immer noch, es ist wie ein Lächeln, das sehr langsam erlischt… immer noch, und Schluss! Das Licht ist aus, die Laterne ist verschwunden, und ich werde sie nie mehr sehen…

-Olina-, sagt er leise, und er spürt, dass er jetzt sprechen kann, und er weiß, dass er besiegen wird, weil es dunkel ist. Eine Frau kann man nur im Dunkeln besiegen. Seltsam, denkt er, ob das wirklich war ist? Er hat das Gefühl, dass Olina nun ihm gehört, ihm ausgeliefert ist. –Olina-, sagt er leise, -morgen früh muss ich sterben. Ja -, sagt er ruhig in ihr erschrecktes Gesicht, -keine Angst! Morgen früh muss ich sterben. Du bist die Erste und die Einzige, die es erfährt. Ich weiß es. Ich muss sterben. Eben ist die Sonne untergegangen. Kurz vor Stryj werde ich sterben …-

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Figer und Tisch (Gruppe Módulo Herrm. II)

Verfasst von eoip am Oktober 6, 2008

Wir empfehlen euch den Text ’Figer und Tisch’. Es geht um eine Kurzgeschichte, besser gesagt, um ein Märchen über Tiere.

Figer und Tisch

Es war einmal ein gefährlicher Figer. Der war sehr unglücklich über seinen Namen. Weil sich der so nett anhörte und gar nicht gefährlich klang. Der Figer kam an einen See. Dort sah er ein kleines Tier und fragte: „Wie heißt du?“ „Tisch“, sagte das Tier. Da lachte der Figer. „Ein Tisch hat doch vier Beine und man kann etwas darauf abstellen, hihihi!“ Der Tisch weinte sehr, weil alle über seinen Namen lachten. Da hatte Figer eine Idee: Sie tauschten die Anfangsbuchstaben ihrer Namen. So hießen sie nun Tiger und Fisch, und alle waren zufrieden.

Dominik, Klasse 1 a Volksschule Eching Juli 2008

Zusammenfassend unterhalten sich zwei Tiere, die sich nicht kennen: ein Figer und ein Tisch. Beide Namen klingen komisch und andere Tiere lachen darüber.

Als Lösung beschlieβen sie die Anfangsbuchstaben zu tauschen und Tiger und Fisch sind von da an ganz begeistert.

Der Autor von diesem Märchen ist ein sechsjähriges Kind.


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